„el almuerzo” ist jetzt was genau?

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Die Tradition, in Spanien mittags eine warme Mahlzeit zu genießen, ist fest in der Kultur verankert und hat eine reiche Geschichte. Dieser Brauch, bekannt als „la comida” oder „el almuerzo”, hat seinen Ursprung sowohl in historischen als auch in klimatischen Umständen, die sich im Laufe der Jahre verändert haben. Aber warum nehmen die Spanier ihre Hauptmahlzeit zur heißesten Zeit des Tages ein? Und wie ist diese Tradition entstanden?

Einer der Hauptgründe dafür, dass Spanier gegen Mittag eine warme Mahlzeit zu sich nehmen, ist das warme Klima, insbesondere in den Sommermonaten. Während der heißesten Stunden des Tages, zwischen 13:00 und 16:00 Uhr, können die Temperaturen erheblich ansteigen, insbesondere im Süden Spaniens. In früheren Zeiten, als es noch keine Klimaanlagen gab und viele Menschen im Freien arbeiteten, war es unpraktisch, bei dieser Hitze weiterzuarbeiten. Dies führte zu dem Brauch, in der Mitte des Tages eine lange Pause einzulegen.

Während dieser Pause nutzten die Menschen die Gelegenheit, eine reichhaltige, nahrhafte Mahlzeit zu genießen. Oft folgte darauf eine kurze Siesta, um die heißesten Stunden des Tages zu vermeiden, woraufhin man am kühleren Nachmittag wieder an die Arbeit ging.

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Die Struktur der spanischen Essgewohnheiten hat ihren Ursprung in der Geschichte und wurde von verschiedenen historischen Epochen beeinflusst. Im alten Römischen Reich, das einen großen Teil Spaniens umfasste, war es üblich, mittags eine reichhaltige Mahlzeit zu sich zu nehmen, die als „prandium” bekannt war. Diese römischen Essgewohnheiten legten einen wichtigen Grundstein für die kulinarischen Traditionen in Spanien.

Darüber hinaus spielte auch der arabische Einfluss auf Spanien, insbesondere in Andalusien während der maurischen Herrschaft (711-1492), eine wichtige Rolle in der Esskultur. Die Araber legen großen Wert darauf, sich Zeit für Mahlzeiten zu nehmen und reichhaltige, schmackhafte Gerichte zu genießen. Diese Gewohnheit wurde schließlich in den spanischen Lebensstil übernommen, wobei reichhaltige, warme Mittagessen zu einem wesentlichen Bestandteil des Tages wurden.

Spanien war lange Zeit eine agrarische Gesellschaft, und für Bauern und Landarbeiter war es entscheidend, genügend Energie für ihre schwere körperliche Arbeit zu haben. Ein nahrhaftes Mittagessen lieferte die notwendigen Nährstoffe und Kraft für den Rest des Arbeitstages. Dieser Moment diente auch als Gelegenheit für Familien, zusammenzukommen und eine warme Mahlzeit zu genießen, was die soziale Funktion des Essens verstärkte.

In den meisten westlichen Ländern gilt das Abendessen als die wichtigste Mahlzeit des Tages, aber in Spanien ist das anders. Hier steht das Mittagessen als wichtigster Moment für eine reichhaltige, warme Mahlzeit im Mittelpunkt. Traditionell besteht es aus mehreren Gängen: einer Vorspeise (wie Suppe oder Salat), einem Hauptgericht (Fleisch oder Fisch mit Gemüse oder Reis) und oft auch einem Dessert.

Diese reichhaltige Mahlzeit hat eine soziale Dimension, die in der spanischen Kultur von großer Bedeutung ist. Familien kommen zusammen, und auch im heutigen Spanien ist das Mittagessen nach wie vor eine Gelegenheit zur Entspannung und zum Beisammensein, oft mit Freunden oder Kollegen, insbesondere in kleineren Städten und Dörfern.

Obwohl die Tradition, mittags eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen, nach wie vor üblich ist, verändert sich das Essverhalten in Spanien durch Modernisierung und Globalisierung allmählich. In städtischen Gebieten sind lange Mittagspausen aufgrund veränderter Arbeitsstrukturen weniger üblich geworden. Dennoch bleibt die Gewohnheit eines ausgiebigen Mittagessens in vielen Teilen Spaniens bestehen, insbesondere an Wochenenden oder Feiertagen, wenn Familien zu einem großen Essen zusammenkommen.

Quelle: Agenturen